VON PETER KLUCKEN:Die Raubkatze als Symbol der Gefahr
In Verbindung mit seinem Aorta-Kunstverein stellt der Duisburger Künstler Herbert Schero die in Duisburgs Partnerstadt Wuhan lebende Kunstpro- fessorin Zhao Lixian in seinem Atelier im Gebäu- de des Kultur- und Frei- zeitzentrums (Kom’ma- Theater) Rheinhausen vor.
RHEINHAUSEN Lange hat die Duis- burger Öffentlichkeit nichts mehr von Herbert Schero gehört, dem nicht immer bequemen, aber ein- zigartigen Duisburger Künstler, der in der westlichen Welt ebenso zu Hause ist wie in der asiatischen, vorzugsweise der indischen und chinesischen Welt. Nun meldet sich Schero als Kurator eine Ausstellung zurück. In seinem großen Atelier- raum im Gebäude des Kultur- und Freizeitzentrums Rheinhausen, dort, wo auch das Kom’ma-Theater zu Hause ist, ist er Gastgeber einer Ausstellung der mit vielen Preisen ausgezeichneten Künstlerin und Kunstprofessor Zhao Lixian aus Duisburgs chinesischer Partner- stadt Wuhan.
Dazu muss man wissen, dass Schero im Jahr 2000 eingeladen worden war, zwei Monate lang in Wuhan zu leben, zu arbeiten, auszu- stellen und an der dortigen Kunst- hochschule einen Lehrauftrag zu übernehmen. Seitdem hält Schero Kontakt zu chinesischen Künstle- rinnen und Künstlern, wie auch zu vielen anderen Künstlern in Euro- pa und Übersee. Er selber schätzt, dass er mit 100 Künstlerinnen und Künstlern weltweit im mehr oder weniger regelmäßigen Austausch ist.
Auf Scheros Initiative hin ist nun Zhao Lixian für sieben Wochen Gast in Duisburg. Während ihres Aufent- halts wird die renommierte chine- sische Kunstprofessorin Workshops in Maltechnik und Kalligrafie an Duisburger Gymnasien anbieten.
Eine Auswahl ihrer eigenen neu- eren Arbeiten sind ab dem kom- menden Wochenende zu sehen. Zhao Lixian ist eine Künstlerin, die in unterschiedlichen, fast gegen- sätzlichen Stilen malt. Da sind zum einen Bilder in zarten Tönen, die ru- hig und harmonisch gemalt sind. Sie muten fast „fromm“ an, zeigen sie
doch in sich versunkene Menschen, die man als Mönche identifizieren kann. Bisweilen werden sie als Be- tende dargestellt. In einem anderen dieser ruhigen Bilder scheint ein Junge einer Taube etwas zuzuflüs- tern, vielleicht eine frohe Botschaft, die in die Welt getragen werden soll.
Im Gegensatz zu diesen meditati- ven Bildern, die märchenhaft bezie- hungsweise legendenhaft anmuten (wie zum Beispiel die Zeichnung „Warten auf die Fähre“), stehen die in kräftigen Acrylfarben gemalten Symbolbilder, die Zhao Lixian nach eigenen Angaben intuitiv, wenn nicht sogar impulsgesteuert malt.
Sichtbares Thema ist dabei oft das klassische Mutter-Kind-Motiv. Allerdings nicht in verklärender Ab- sicht, sondern im Spannungsfeld von Hoffnung und großer Sorge. In einem Triptychon verbirgt sich links in einer urwaldähnlichen Umge- bung eine Raubkatze, in der Mitte hockt eine Mutter, die vielleicht von Engeln beschützt wird, rechts liegt ein von einem „heiligen“ Licht be- schienener Säugling. Die Frage, ob die Mutter das Kind vor der Raub- katze beschützen kann, beantwor- tet das dreiteilige Gemälde nicht.
Zhao Lixian arbeitet mit Sym- bolen, aber mit solchen, die sie in ihrem Leben und Erleben selber er- fahren hat. Sie ist christlich geprägt, kennt aber auch den Buddhismus gut. Die Anklänge an die christliche Ikonografie ist vor diesem Hinter- grund verständlich, doch weitet die chinesische Künstlerin diese Motive zu einer Art kosmischer Spiritualität aus.
Die Raubkatze als Symbol der Ge- fahr hat gewiss auch mit Zhao Lixi- ans persönlichen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie zu tun. Sie lebte 2020 in Wuhan im Epizentrum der Pandemie, erlebte die rigorosen Quarantäne- und Isoliermaßnah- men. Vor allem aber starb ihr ge- liebter Ehemann in dieser Zeit. Die Sorge, wie sie sich alleine um den Sohn kümmern könne, fließt in eini- gen ihrer Zeichnungen und Gemäl- de, die man nun in Scheros Atelier sehen kann, ein.
Übrigens: Der Sohn ist heute 13 Jahre alt, bei guter Gesundheit, hat seine Mutter nach Duisburg be- gleiten dürfen und sucht hier nach einem Badminton-Partner.
Neben den Werken von Zhao Li- xian sind in dem Atelierraum auch einige Werke Scheros ausgestellt, darunter auch eine beeindrucken- de Auswahl seiner Bücher, Kataloge, Unikatbücher sowie einige Grafi- ken, Objekte und Skulpturen.

彼得·克鲁肯:象征危险的猛兽
杜伊斯堡艺术家赫伯特·谢罗(Herbert Schero)与其A-ort-A文化协会(Aorta-Kunstverein)合作,在其位于莱茵豪森文化艺术中心(Kom’mma剧院)大楼内的工作室里,介绍了居住在杜伊斯堡友好城市武汉的艺术教授赵丽先。
作者:彼得·克鲁肯(Peter Klucken)
莱茵邮报:许久未曾听到关于赫伯特·谢罗(Herbert Schero)的消息了。这位并非总是随和、但独一无二的杜伊斯堡艺术家,在西方世界如同在亚洲世界(尤其是印度和中国)一样自如。如今,谢罗以一场展览策展人的身份回归。在他位于莱茵豪森文化艺术中心(Kom’mma剧院也坐落于此)大楼内的宽敞工作室里,他作为东道主,举办了一场来自杜伊斯堡中国友好城市武汉的屡获殊荣的艺术家兼艺术教授赵丽先的展览。
需要说明的是,谢罗曾在2000年受邀前往武汉生活、工作、展览两个月,并在当地艺术学院担任教学任务。自那以后,谢罗一直与中国艺术家以及欧洲和海外的许多其他艺术家保持着联系。据他自己估计,他与全球100位艺术家或多或少保持着定期的交流。
在谢罗的倡议下,赵丽先受邀来到杜伊斯堡驻留七周。在此期间,这位著名的中国艺术教授将在杜伊斯堡的文理中学举办绘画技巧和书法工作坊。
她个人近期部分作品将于本周末起展出。赵丽先是一位以不同、几乎对立的风格创作的艺术家。一方面,有些色调柔和的画作,绘制得宁静而和谐。它们几乎给人一种”虔诚”的感觉,展现的是沉静内省的人物,可以辨识为僧侣。有时他们被描绘成祈祷者。在另一幅宁静的画作中,一个男孩似乎在对一只鸽子低语,或许是要传递到世界各地的喜讯。
与这些童话般或传奇般(例如画作《待渡》)的冥想画作形成对比的,是赵丽先自称凭直觉、甚至冲动绘制的、用强烈丙烯颜料画成的象征性画作。
可见的主题常常是经典的母题。然而,并非出于美化的意图,而是处于希望与深切担忧的张力场中。在一幅三联画中,左侧在丛林般的环境中隐藏着一只猛兽,中间蹲着一位或许受到天使保护的母亲,右侧则躺着一个被”圣”光照耀的婴儿。这三部分组成的画作并未回答母亲能否保护孩子免受猛兽伤害的问题。
赵丽先运用符号进行创作,但这些符号是她从自身生活和经历中体验到的。她受基督教影响,但也精通佛教。在此背景下,画作对基督教肖像学的呼应是可以理解的,但这位中国艺术家将这些主题扩展为一种宇宙性的灵性。
作为危险象征的猛兽,肯定也与赵丽先在新冠疫情(Corona-Pandemie)期间的个人经历有关。2020年,她生活在疫情中心武汉,经历了严格的隔离措施。但最重要的是,她心爱的丈夫在那段时间去世了。她如何独自抚养儿子的担忧,融入了她的一些素描和绘画作品中,这些作品如今可以在谢罗的工作室里看到。
顺便提一下:她的儿子如今13岁,身体健康,得以陪伴母亲来到杜伊斯堡,并在此寻找羽毛球搭档。
除了赵丽先的作品,工作室空间内还展出了谢罗的一些作品,包括他令人印象深刻的书籍、目录、独版书选集以及一些版画、物件和雕塑。
这位中国艺术家的作品以其强大的视觉语言令人信服。
在莱茵豪森文化艺术中心(KFZ)。摄影:Peter-Klucken.jpg)
FOTOS: PETER KLUCKEN
